Monday, February 6, 2017

REALTALK TEIL 1 / Ich & die Erwachsenen

Wie versprochen gibt es jetzt den 1. Teil vom angekündigten "Realtalk".
Wie viele Teile es davon geben wird, weiss ich zu diesem Zeitpunkt nicht aber es werden wahrscheinlich schon einige sein. Alles in einem zu schreiben wäre zu viel aufs mal.

Die letzten Jahre hatten wirklich alles zu bieten, was ein Leben so zu bieten hat.
Ich bin jetzt 42 Jahre und arbeite als Coach. Durch meine Arbeit bekomme ich viel von den Leben unserer Mitmenschen mit. Was mir dabei auffällt ist, dass die wenigsten wirklich zu sich selbst stehen können und das so enorm viele Menschen ein Leben leben, dass komplett auf Frustration, Zwängen und Angst aufgebaut ist. Immer wieder frage ich mich während den Sessions; wo sind die Träumer, die glaubenden, die Freaks, die lebendigen.
Ich kann jeden einzelnen da draussen verstehen, der/die sich nicht getraut das Leben so zu leben wie man es im Gefühl oder besser gesagt in der Seele hat.

Wir leben in einer ziemlich kranken und kaputten Welt, in der Angst und Drohungen dicht miteinander und mit uns voran schreiten - oder gemeinsam Stillstehen.

Ich war ca. 6 Jahre alte als ich die Geistige Welt so richtig wahrnehmen konnte. Ich war auf meinem blauen Fahrrad unterwegs, als ich plötzlich und aus dem nichts einen Mann vor mir sah, der im ersten Moment mit mir gefahren war und im nächsten Moment, etwa 5 Meter vor mir und mitten auf der Strasse stand. Ich hatte mich so erschrocken, dass ich mich von meinem Fahrrad stürzte. Das ganze wahr zwar ziemlich schmerzvoll aber der Schock und die Verwunderung über diese Gestalt übertrafen diesen. Als ich dann von all dem zu Hause berichtet hatte, wurde nicht wirklich darauf eingegangen. Vielmehr fühlte ich mich nicht ernstgenommen und belächelt. Von diesem Tag an, sah ich diese Gestalt jede Nacht in meinem Kinderzimmer. Wieder und wieder habe ich davon erzählt aber nichts änderte sich, ich wurde beruhigt, dass da sicher nichts sein würde und hat einfach das Licht angelassen.
Der Kern für mich war, das ich nicht ernstgenommen wurde.
Ich war 6 Jahre alt und hatte mehrere Erlebnisse und ich wurde von niemandem wirklich angehört und noch weniger hat man mir geglaubt. Ich war zutiefst enttäuscht und hatte irgendwie ab diesem Punkt kein Vertrauen mehr in die Erwachsenen.
Ich kürze den Weg jetzt ab und springe zu meinem 8. Lebensjahr. Ich war ein Kind das sehr gerne draussen war und immer irgendwas mit sich anzufangen wusste. Da es damals günstig war, durfte ich regelmässig ins Hallenbad. Ich liebte das Wasser und das schwimmen. Ok, vielleicht war ich damals noch nicht wirklich am schwimmen und mehr am rumtoben aber ich fand es toll. Eines Tages, als ich wieder in diesem Hallenbad war, schwamm ein fremder Mann auf mich zu. Wie ich schon sagte, vertrauen hatte ich nicht wirklich in die Erwachsenen und bewegte mich immer wieder von dem Typen weg.
Ihn schien das wenig zu interessieren und er beobachtete mich weiter. Irgendwann hat er mich angesprochen und gefragt wie ich heisse und wo ich wohne. Ich habe ihm den Namen zwar verraten aber nicht wo ich wohne. Ständig war er um mich herum und fragte mich plötzlich über meine Genitalien aus. Ich kann nicht beschreiben wie unwohl ich mich gefühlt hatte und gleichzeitig die Welt nicht mehr verstand. Noch nie hatte mich ein Mensch so komische Fragen gestellt und noch komischer angeschaut. Ich beschloss also nach Hause zu gehen. Ich hatte Angst. Es war zwar ein Badmeister anwesend aber ich dachte; warum sollte der mir glauben, wenn mir zu Hause auch nicht geglaubt wird, und so ging ich direkt in die Umkleidekabine. Was dann passierte kann sich jeder vorstellen. Der Typ stand plötzlich hinter mir und zog mich in eine Umkleide die man schliessen konnte und vergewaltigte mich.
Ich konnte weder schreien noch schlagen, ich war erstarrt. Es schien nicht aufzuhören und die schmerzen unterlagen meiner Angst, so dass ich irgendwann nichts mehr spürte. Wie lange das gedauert hatte, weiss ich nicht aber es kam mir vor wie die Ewigkeit und verstehen konnte ich eh noch nicht was da gerade passiert. Ich lief unter Tränen und Schmerzen nach Hause und erzählte von diesem Vorfall. Was wäre Deine Reaktion, wenn ein Kind sowas heute und in dieser Zeit erzählt? Was denkst Du war die damalige Reaktion? Mir wurde zuerst wieder nicht geglaubt. Bis man irgendwann meine Schmerzen ernstgenommen hatte und mich ins Spital gebracht hatte.
In einem Punkt aber kannst du dir sicher sein, jetzt war ich fertig mit den Menschen, den Fremden und allen Erwachsenen.

Morgen kommt die Fortsetzung. 
Nein, sie kommt schon heute Abend!


Alles Liebe, Tom

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